DLR

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik
Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie


Lilienthalplatz 7 
38108 Braunschweig


www.dlr.de 



DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Im Modell ist bereits zu sehen, wie in Zukunft die DLR-Roboter arbeiten © Lüder
Mehr als ein Backofen: Felix Kruse im Bauch des riesigen DLR-Autoklaven. © Lüder

Europaweit einzigartige Möglichkeiten Rund 6.700 Mitarbeiter hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und seit August 2010 auch 22 in Stade. Spätestens 2014 sollen es 40 sein, so Luftfahrtingenieur Felix Kruse. Kruse leitet seit November 2011 das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) des DLR in Stade. Hinter dem sperrigen Namen steckt die Forschung mit carbonfaserverstärktem Kunststoff, kurz CFK - dem Leichtbauwerkstoff der Zukunft.


Einzigartige Möglichkeiten


Laut Kruse biete das Forschungszentrum CFK NORD mit seinen Möglichkeiten nahezu einzigartige Möglichkeiten. Entsprechend kommt er ins Schwärmen, wenn es um Projekte geht, die das DLR in den großen Forschungshallen angehen will. Ein wesentliches Herzstück der Arbeit ist der riesige Autoklav, in dem CFK-Bauteile mit einer Länge bis zu 20 Metern und 5,8 Metern Durchmesser unter Druck ausgehärtet werden. Daneben ist die enge Zusammenarbeit der forschenden Firmen im CFK NORD ein Konzept, dass es so bislang noch nicht gab. Das DLR hat es sich hierbei zum Ziel gesetzt, effiziente Produktionstechnologien für CFK-Bauteile zu entwickeln. Neben dem Autoklav kommen hierbei auch Roboter zum Einsatz. Auf einer 45 Meter langen Produktionsstraße sollen kleinere CFK-Bauteile vollautomatisiert gefertigt werden. "Momentan ist es noch sehr aufwändig und damit teuer, beispielsweise Rumpfteile aus CFK für ein Flugzeug herzustellen. Das wollen wir ändern", sagt Kruse. Das DLR sei aber kein Flugzeugbauer sondern eine reine Forschungseinrichtung. Gearbeitet werde mit völlig neuen Technologien. Die Maschinen, die beim DLR zum Einsatz kommen, sind entsprechend Prototypen.


In Zukunft auch Windkraft


Für das DLR ist die Arbeit im CFK NORD derzeit eines der wichtigsten Projekte. "Mit dem ZLP vervollständigen wir unser Forschungsprofil in der CFK-Technologie", sagt Prof. Dr. Martin Wiedemann, Leiter des DLR-Instituts für Faserverbundleichtbau und Adaptronik. Flugzeugbauteile für den Rumpf stehen zwar zunächst im Fokus der Forschungsarbeit, langfristig jedoch sehen die DLR-Forscher gerade auch aufgrund des Standorts Stade noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Weil Windenergie von jeher eine norddeutsche Kompetenz sei, könnte die Forschung etwa an Rotorblättern ein zweites großes Standbein für Stade werden.


Forscher ziehen an einem Strang


Als Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland hat das DLR einen offiziellen Auftrag für seine Arbeit in Stade erhalten. Allerdings, ohne das Engagement der Hansestadt Stade und des Landes Niedersachen wäre auch das DLR heute nicht vor Ort. Die Kompetenz, die sich Stade in Sachen Leichtbau aufgebaut hat, sei bemerkenswert, sagen die DLR-Forscher übereinstimmend. "Die Idee zu diesem Forschungszentrum hier ist nicht nur gut, sie funktioniert auch." Regelmäßig würden sich die Forschungsunternehmen untereinander austauschen, um gemeinsam Lösungen zu finden. "Hier in Stade entsteht Zukunft", bringt es Felix Kruse auf den Punkt.